Samstag, 19.11.11 SIS IS SIS Tour @ Romy S., Stuttgart

Samstag, 19. November 2011 
Sis (Cécille, Cocolino / Berlin)
Waffel & Pfannkuchen (Benztown Artists / Stuttgart)
Romy S., Stuttgart, Beginn: 23:00 Uhr

Quantität kann jeder. Auf die Qualität kommt’s aber an. Und die liegt beim Berliner Produzenten Sis weit oben. Der lieferte nämlich den besten und erfrischendsten Minimal-Sound der vergangenen Jahre. Nun hat er auf dem deutschen Vorzeige-Label „Get Physical“ ein Album veröffentlicht. Das – und natürlich vieles mehr – wird er bei seinem Live-Gig im Romy präsentieren – wo sonst? 
Plucker-Plucker-Bing-Bumm? Nicht mit Sis. Denn Burak Sar – so sein bürgerlicher Name – addiert zu den drückenden Beats flirrende Trommeln, schellende Percussions und analog-warme Instrument-Samples, und verpasste so dem Minimal-Techno ein neues, zeitgemäßes Gewand. Woher diese Experimentierfreude und der weite musikalische Horizont kommen? Da hilft ein kurzer Blick auf seine Biografie: Sein Vater spielte in einer türkischen Musikgruppe, und klein Sis kam sowohl mit klassischen als auch mit exotischen Instrumenten in Berührung. 2001 – mit 21 Jahren – hörte er dann im Frankfurter Kult-Club U60311 ein Set von DJ Karotte, das hypnotischen House mit indisch-orientalisch angehauchten Rhythmen verband. Da hat’s klick gemacht – genau diesen Sound wollte Sis hören, machen, verbreiten. Also kam als erster Schritt das DJ-Equipment, dann lernte er das Produzieren. 2006 erschien dann auf „Amused“ seine erste Platte „Lilly from the Valley“. Dann folgte 2007 die erste Sensation: Sein Debüt auf „Cécille“ Ende 2007 verkaufte sich wie warme Semmeln an einem kalten Wintertag. Diagnose: ausverkauft! Die 2008 erschienene Folge-EP „Nesrib“ übertraf diesen Erfolg sogar – tatsächlich fand sich diese Platte monatelang in den Top 10 der Elektronik-DJs weltweit wieder. Und als wenn das nicht schon genug wäre, lieferte er im selben Jahr mit „Trompeta“ auf Ricardo Villalobos’ Label „Sei es Drum“ den Sommer-Groove-Hit des Jahres. Es kam, wie es kommen musste: Ende des Jahres überschlugen sich die Techno-Gazetten bei ihren Jahrespolls mit Lobhudeleien, Preisen und Top-Platzierungen für Sis. Das „Groove“-Mag legte gut vor: „Breakthrough Act“, „Produzent des Jahres“, „Track des Jahres“. Mal eben alle Neune gekegelt. Um seinem ungestümen Release-Eifer nachzukommen, gründete er 2009 sein eigenes Label „Cocolino“.

Momentan befindet sich Sis auf der Release-Tour zu seinem Album „Sis is Sis“, das im Oktober auf „Get Physical“ erschienen ist. Sis remixte acht Tracks aus dem „Get Physical“-Katalog, und diese exklusiven Remixe sind nun als Album zu haben. Sis verpasste den Tanzperlen seinen typischen, perkussiven Sound. So verwandelte er etwa „Fela“ von Audiofly in ein psychedelisch-pumpendes Percussion-Monster, und Matthew Dears „Free to Ask“ klingt wie ein hypnotischer Ritt auf der Datenautobahn. Alle Tracks schieben sich mit 128 Beats per Minute in die Gehörgänge, und dauern mindestens acht Minuten. Acht Mal Elektronik-Kunst, eben. Und: Acht Mal Qualität.

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